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Narren und Politiker in trauter Einheit beim 7. Politischen Aschermittwoch

Politprominenz aus Süd-Dänemark - mit Sitz in Erfurt - gibt sich die Ehre

Zur fünften Jahreszeit hält sich die regionale als auch die lokale Politprominenz gemeinsam mit Karnevalisten, Kabarettisten und Sängern nicht nur zur fränkischen Fastnacht in Veitshöchheim, zum Starkbieranstich am Nockherberg oder zur Ordensverleihung "Wider dem

Ministerpräsident Bodo Ramelow als Egon Olsen, nun bereits zum vierten Mal mit seiner Crew und einem prall gefüllten Geldschrank. Foto: Theo Schwabe  

Zur fünften Jahreszeit hält sich die regionale als auch die lokale Politprominenz gemeinsam mit Karnevalisten, Kabarettisten und Sängern nicht nur zur fränkischen Fastnacht in Veitshöchheim, zum Starkbieranstich am Nockherberg oder zur Ordensverleihung "Wider dem tierischen Ernst " mit Spott, Ironie, Satire, Witz, Humor zu allen politischen Turbulenzen der Gegenwart und Zukunft den Spiegel vors Gesicht, sondern auch zum "Politischen Ascher-mittwoch" (PAM) bei der Verleihung des sagenhaften imaginären Sühler Rasselbocks.

SUHL Beim traditionellen "Politische Aschermittwoch", dem wohl bissigsten, alternativen als auch humorvollsten Politforums in Freistaat, der am Dienstagabend im CCS vor mehr als 2000 Zuschauern nun bereits zum siebten Mal über die Bühne ging, um mit Hohn und Spott über den politischen Gegner herzufallen, wird wohl kaum noch von einem anderen gesellschaftlich-kulturellen Ereignis zu toppen sein. "Nicht alle die ich gern begrüßt hätte", so Oberbürgermeister Dr. Jens Triebel mit Blick auf den Landtags-Politaufpasser Christian Carius (CDU), "sind heute da. Macht nichts. Gleichwohl ist es mir eine besondere Ehre, eine starke Delegation der Regierung aus "Süd-Dänemakr" mit Sitz in Erfurt unter Führung des gerade aus dem Knast entlassenen bekannten Geldbeschaffer Egon Olsen, alias Bodo Ramelow und seiner Crew mit Schatzmeisterin Heike Taubert, Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, einigen Landräten sowie Oppositionellen der CDU zu begrüßen." Einen ganz besonderen Willkommensgruß richtete Triebel an "Lore von der Empore" , alias Gudrun Vestner von der FDP, die im vergangenen Jahr mit ihrer Bütt den Rasselbock verliehen bekam. OB-Triebel würdigte angesichts des neuerlichen Erfolges auch den Initiator des wohl im Freistaat einmaligen satirischen Politforums, Direktor Wolfgang Kanig vom Ringberghotel. "Herzlich Dank, ohne sie würde es wohl den "Politischen Aschermittwoch" nicht geben." Dank Kanig nahm der Suhler "Politischer Aschermittwoch" mit Entertainer und Kabarettisten Daniel Ebert einen ganz anderen Lauf als in Bayern, trafen zur 7. Auflage Politiker allen Couleurs von schwarz bis rot und gestandenen Karnevalisten im witzig, spritzig, musikalischen Rollenspiel als Ganoven, Zwerge, Kellner, Suhler Amtsarzt, dem berühmten ei, ei, ei-Herr Sauerbrei, Jagdgöttin Diana und Waffenschmied beim Brunnengespräch bis hin zu den parodierenden Gesang der Anonymics.

Der erste im Bunde um die Gunst des legendären Rasselsbock's war Martin Oeltermann von den Freien Wählern. Martin ließ nichts an brennenden Themen kommunaler Politik aus und forderte, dass Zella-Mehliser bei ihrer Einreise nach Suhl einen Zwangsumtausch entrichten sollten. OB Triebel ließ Ministerpräsident Bodo Ramelow als bekennender Christ wissen, dass er nicht nur am Aschermittwoch als Egon Olsen, sondern auch bei seinen Nachtgebeten an Suhl denkt. Gleichzeitig plauderte Triebel mit Wink an die Finanzministerin Heike Taubert aus der Schatzkiste. Beim Wirtschaftstreffen im Ringberghotel wurde Taubert als Frau Triebel angesprochen. Und vor lauter Aufregung verwechselte Taubert das Ringberghotel sogar mit Oberhof. "Wenn man schon so vertraut umgegangenen sei, könnte man doch den Lapsus mit einer finanziellen Spritze für die Stadt wieder gutmachen. "Der Worte sind genug gewechselt, last endlich Taten sehen", so der Wink Triebels an die Politprominenz. Und an Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) erging der Hinweis, die Oberbanditen in Berlin sollten ihre Parteimitglieder nicht jeden Tag aufs Neue infrage stellen. Da schlug Oppositionsführer Mike Mohring (CDU) sofort in die Presche. "Nächstes Jahr wird's endlich besser, da kommt die Regierung unters Messer" und offenbarte seinen Traum von der Südthüringer Gebietsreform. "Wies' klappt, dass zeigt man in Schleusingen. Schleusingen hat Geld zuhauf, die kaufen ganz Südthüringen auf." Gleichzeitig prophezeite Mohring als Wirt im "Weißen Rossel" gemeinsam mit dem Suhler Sepp, der Zellaer Härtefraa und der Schleusinger Märthätscher, dass zur nächsten Wahl ein Schwarzer ins Rote Rathaus einzieht, der dann den freudigen Gebietsreformern ein guter Nachbar sein wird. Da konnte dann Entertainer Daniel Ebert wahrlich nur kontern: "Stellt euch doch mal vor, Meiningen wird Kreisstadt." So pokerten seine Vasallen im Konsens mit dem Suhler Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann und seinem Meininger Landtagskollegen Michael Heym mit dem Refrain "Oh rot-rot-grün, ihr werdet sehn, auch ihr müsst einmal gehen." Derweil lieferten sich die Bürgermeisterkandidaten der SPD mit Stephan Nagel und Gefolgsfrau Karin Müller, übrigens die einzige Kommunalpolitikerin, die bisher bei allen Aschermittwochs-Talk auf der Bühne stand, Philipp Weltzin (Die Linken) und Gudrun Vestner (FDP) als Rasselbockverteidigerin) die heißesten Gefechte. Doch bei dem Geplänkel um Gebietsreform, Finanzausgleich, soziale Sicherheit, Videoüberwachung, Wirtschaft und Breitbandausbau erlebte das Publikum mit dem Herren Sauerbrei und Lauschauer Kabarettisten Jonas Greiner ein wahrlich unvergessliches Aschermittwoch-Finale. "Deutschland hat gewählt - beginnt mein Satz und endet - es war für die Katz", so der Sauerbrei. Das sagt schon alles, war doch bei all den Verhandlungen um eine Jamaika-Koalition der Furz größer als das Loch. Und Jonas Greiner schlüpfte in die Rolle des Ex-Bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Steuber, der Suhl als das "Machu Picchu" des Thüringer Waldes bezeichnet. Dabei lieg das echte Machu Picchu in den peruanischen Anden und lobt aber Ministerpräsident Bodo Ramelow als Linken, der heute immer noch Westfernsehen schaut. Das ließ sich Ramelow nicht zweimal sagen und verteilte als gestandener Linker zum Finale wie einst zu DDR-Zeiten eine Kiste begehrter Bananen. Doch über den Rasselbock durfte sich erstmals Martin Oeltermann über seine mitreißende Bütt freuen, für die er fast 30 Prozent an Zustimmung erhielt.

schw

    
    

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