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Menschen an unserer Seite - Susanne Bimek

Lebensmaxime: Was immer mich glücklich macht, ich tue es! Bus fahren - Bücher schreiben - Bäume umarmen

Ungeachtet aller "Stirnrunzler", die nicht verstehen, dass ich als Frau lieber einen 20 Tonnen-Bus fahre, als mit zwanzig Gramm Wolle stricke.

Susanne Bimek Foto: privat  

Ungeachtet aller "Stirnrunzler", die nicht verstehen, dass ich als Frau lieber einen 20 Tonnen-Bus fahre, als mit zwanzig Gramm Wolle stricke. Entgegen aller "Alltagsprediger", die nicht glauben, dass mich eine einzige Geschichte in einem Buch so viel mehr begeistern kann, als es das Zappen durch 200 TV-Kanäle je vermag. Und was die Bäume betrifft, ja, ich liebe sie, dass sollte für eine Thüringerin sowieso normal sein.

Der Weg zu dieser Erkenntnis war abenteuerlich und entbehrte weder Reiz noch Risiko. Nach 15 Jahren Selbstständigkeit - SELBST und STÄNDIG - war eine Auszeit von 18 Monaten sehr reizvoll. Während dieser Zeit jedoch völlig ungeübt 10 000 km zu Fuß durch zwei Kontinente zu laufen ebenso riskant. Dieses Abenteuer mit dem Projektnamen WANTOO (We are not the only once) liegt schon wieder über 10 Jahre zurück, flammt aber noch immer in meinem Herzen und begeistert nach wie vor viele Menschen über die gleichnamige Website.

Jung und vom Karrierefieber gepackt, zog ich damals hinaus - um zu gewinnen. Doch ich verlor und dieser Verlust prägt mich bis heute. Denn in erster Linie waren es gewöhnliche Zivilisationsängste, welche sich verflüchtigten. Angst vor Spinnen (wäre nach 18 Monaten im Zelt leben sicher auch lächerlich). Angst vor absoluter Ruhe ohne Radio, ohne TV, ohne Telefon, nur meine Gedanken und ich, anfangs muss man hin und wieder laut hinausrufen, doch die Natur erduldet den Schrei und macht dir die Stille zum Freund. Angst - nie den Sinn des Lebens zu finden. Doch erscheint uns nicht alles sinnvoll, was uns glücklich macht und wenig sinnvoll, wenn es das Gegenteil bewirkt?

Ja, genau an diesem Punkt habe ich gewonnen. Gewonnen an Bescheidenheit, gewonnen an Geduld, gewonnen an Erkenntnis, dass das Glück nichts Unauffindbares ist, sondern in allem und jeder Sache selber steckt. Nein, ich suche und jage es nicht mehr, sondern mache die Augen auf und sehe es vor mir. Heute bin ich an einem Regentag glücklich, wenn ich im Trockenen verweilen kann.

Gepackt von der Idee nur noch Dinge zu tun, die mich glücklich machen, ging ich zurück in meine Heimat, den Thüringer Wald - das schönste Stückchen Landschaft der Welt - ... und bevor hier jemand zweifelt, dies kann man nicht googeln, nur fühlen. So sitze ich oft Stunden im Pfanntal unter einer riesigen Fichte, genieße die Stille und schreibe Gedichte.

Zu diesem Glück gehört auch eine Familie und ein Mann, der seit 27 Jahren den Elan aufbringt jeden Weg mit mir zu gehen, selbst wenn er 10 000 km lang ist. Nach der Rückkehr von diesem Fußmarsch durch Europa und Kanada, da waren es vor allem die langen Nachmittage mit den Eltern im Garten, die wir sehr genossen und welche schon bald zu einem liebgewonnenen Ritual wurden. Ich habe keinen Vater und der Vater meines Mannes keine Tochter. Diese Tatsache ergänzt sich ebenso gut wie die Gegebenheit, dass dieser Mann ein Leben voll blumiger Geschichten zu erzählen weiß und ich eine blühende Fantasie besitze. Und so schrieb ich in den vergangenen zwei Jahren das Leben des Gerhard "Leo" Beuger nieder. Vom Schrecken des Faschismus über den sich selbst regulierenden Sozialismus bis hin zum ellenbogengetriebenen Kapitalismus verlor er nie seinen Optimismus - auch eine Art ein Held zu sein.

Diese seine "Heldengeschichte" fand einen ersten begeisterten Leser in Heinrich Jung, dem Thüringer Verleger aus Zella-Mehlis. Mit seiner Hilfe wurde das Kind aus der Wiege gehoben und auf die Beine gestellt. Seit diesem Jahr kann es gehen und heißt: "LEO - Bekenntnisse eines Optimisten". Heute bin ich mit diesem Buch Teil der schreibenden Zunft. Als Busfahrer Teil vom Zella-Mehliser Unternehmen Gröschel-Reisen, einer Familie, deren Schaffen als Reiseanbieter ebenfalls von Herzblut geprägt ist und Teil einer sehr seltenen Spezies - der Glückskinder.

Warum sollte man zu diesem Buch greifen? Wie empfiehlt der Verleger dieses Buch den Leserinnen und den Lesern, ein Buch, in dem viel Herzblut steckt? Es ist die Geschichte eines Lausbubens, eines Volkspolizisten und zugleich eines bescheidenen Philosophen.

Fesselnd und unterhaltsam ist der Lebensweg dieses unverwüstlichen Optimisten.

Die Lausbubengeschichten sind manchmal lebensgefährliche Mutproben, die Bekanntschaft mit "Gottes Segen und Teufels Wasser", grenzwertige Kinder- und Jugendstreiche und natürlich die erste zarte Liebe. Doch das Leben hielt noch viel mehr für "Leo" bereit. Es ging dann weiter zu den Grenzern, wo ihn bei der "Hasenjagd" die Liebe blind machte. Durch diese führte ihn sein weiterer Lebensweg nach Suhl, wo ihn ein bewegtes Alltagsleben als Volkspolizist erwartete. biju

    
    

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